Ratgeber Bausparen

Bausparvertrag als Baustein der Finanzierung

Ein Bausparvertrag ist kein Selbstzweck, sondern kann ein sinnvoller Baustein Ihrer Finanzierung sein. Wann er passt und was er leisten kann, zeigt dieser Ratgeber in Ruhe.

Ratgebervon Eric MönnichJuli 20267 Min. Lesezeit
Baufinanzierung und Immobilienfinanzierung – Ratgeber

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Bausparvertrag verbindet eine Ansparphase mit dem Anspruch auf ein zinssicheres Bauspardarlehen.
  • Der große Vorteil liegt darin, dass der Darlehenszins schon beim Abschluss feststeht und planbar bleibt.
  • Als einzelner Baustein ergänzt Bausparen oft eine klassische Baufinanzierung, statt sie vollständig zu ersetzen.
  • Ob sich ein Bausparvertrag lohnt, hängt von Ihren Zielen, Ihrem Zeithorizont und der Gesamtstruktur der Finanzierung ab.

Rund um die Immobilienfinanzierung taucht der Bausparvertrag immer wieder auf. Für die einen ist er ein bewährtes Sparinstrument, für die anderen ein altmodisches Produkt. Beides greift zu kurz, denn ein Bausparvertrag ist vor allem eines – ein Baustein, der in der richtigen Situation eine sinnvolle Ergänzung sein kann. Entscheidend ist, wie er zu Ihren Zielen und zum Rest Ihrer Finanzierung passt.

Dieser Ratgeber erklärt, wie ein Bausparvertrag aufgebaut ist, welche Rolle er in einer Finanzierung übernehmen kann und für wen er sich eignet. So können Sie besser einschätzen, ob dieser Baustein für Ihr Vorhaben interessant ist oder ob andere Wege besser passen.

Was ist ein Bausparvertrag überhaupt?

Ein Bausparvertrag ist eine Kombination aus einem Sparvertrag und einem späteren Darlehensanspruch. Sie vereinbaren mit der Bausparkasse eine bestimmte Summe, die sogenannte Bausparsumme. Diese setzt sich aus einem Guthabenteil, den Sie ansparen, und einem Darlehensteil zusammen, auf den Sie später einen Anspruch haben.

Der Grundgedanke ist einfach. Zunächst zahlen Sie über eine gewisse Zeit Beiträge ein und bauen ein Guthaben auf. Ist ein festgelegter Anteil der Bausparsumme erreicht und sind weitere Bedingungen erfüllt, wird der Vertrag zuteilungsreif. Ab diesem Punkt können Sie das angesparte Guthaben und das Bauspardarlehen für wohnwirtschaftliche Zwecke nutzen, etwa für Kauf, Bau oder Modernisierung.

Anders als bei einem reinen Sparkonto verpflichten Sie sich beim Bausparen also von Beginn an auf ein späteres Ziel. Die Bausparsumme wählen Sie so, dass sie zu Ihrem geplanten Vorhaben passt. Sie ist damit weniger ein flexibler Sparbetrag als vielmehr eine bewusste Weichenstellung für einen späteren Finanzierungsbedarf.

Die zwei Phasen – Ansparen und Darlehen

Ein Bausparvertrag durchläuft im Kern zwei Phasen, die aufeinander aufbauen. Wer beide versteht, erkennt schnell, warum dieses Produkt so eng mit Planbarkeit verbunden ist.

In der Ansparphase zahlen Sie regelmäßig ein, bis das vereinbarte Mindestguthaben erreicht ist. Das Guthaben wird verzinst, wobei der Sparzins beim Bausparen traditionell eher moderat ausfällt. Der eigentliche Wert steckt an anderer Stelle, nämlich im späteren Darlehen.

In der Darlehensphase steht Ihnen nach der Zuteilung das Bauspardarlehen zu. Dessen Zins wurde bereits bei Vertragsabschluss festgelegt. Sie wissen also lange im Voraus, zu welchen Konditionen Sie den Darlehensteil in Anspruch nehmen können. Genau diese Zinssicherheit über einen langen Zeitraum ist das Kernmerkmal des Bausparens.

Kurz gesagt

Beim Bausparen tauschen Sie einen eher zurückhaltenden Sparzins gegen einen von Anfang an feststehenden Darlehenszins ein – Sicherheit statt Rendite.

Wo ein Bausparvertrag in der Finanzierung ansetzt

In der Praxis wird ein Bausparvertrag selten allein eingesetzt, sondern als ein Baustein neben anderen. Je nach Ausgangslage kann er unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Häufig dient er dazu, künftige Zinssicherheit aufzubauen, während der übrige Kaufpreis über eine klassische Baufinanzierung abgedeckt wird.

Denkbar ist etwa, dass Sie parallel zur laufenden Finanzierung einen Bausparvertrag ansparen, um damit später einen Teil der Restschuld abzulösen. So sichern Sie sich schon heute einen Zins für einen Abschnitt, der erst in einigen Jahren ansteht. Ebenso lässt sich Bausparen nutzen, um gezielt für eine spätere Modernisierung vorzusorgen.

  • Zinssicherung – Sie legen den Zins für einen späteren Finanzierungsabschnitt frühzeitig fest.
  • Ergänzungsbaustein – Der Bausparvertrag deckt einen Teil des Vorhabens ab, nicht die komplette Summe.
  • Vorsorge für später – Sie bauen Kapital für eine geplante Modernisierung oder Sanierung auf.
  • Verbindung mit Sparzielen – Regelmäßiges Einzahlen bringt Struktur in den Vermögensaufbau.

Vorteile und mögliche Nachteile

Wie jeder Finanzierungsbaustein hat auch der Bausparvertrag zwei Seiten. Der wichtigste Vorteil ist die langfristige Zinssicherheit. Wer Wert darauf legt, künftige Zinsbewegungen für einen Teil der Finanzierung auszuschließen, findet im Bausparen ein Werkzeug dafür. Hinzu kommt die feste Struktur, die zum disziplinierten Ansparen anhält.

Dem stehen mögliche Nachteile gegenüber. Der Sparzins in der Ansparphase ist meist niedrig, sodass Ihr Guthaben in dieser Zeit kaum wächst. Außerdem fallen Abschlussgebühren an, und die Zuteilung des Darlehens hängt von Bedingungen ab, die Sie einhalten müssen. Ein Bausparvertrag ist damit weniger flexibel als reines Sparen und will bewusst ausgewählt sein.

Ein Bausparvertrag entfaltet seinen Wert nicht durch die Rendite beim Sparen, sondern durch die Sicherheit beim späteren Darlehen.

Für wen sich Bausparen eignet

Ob ein Bausparvertrag passt, hängt stark von Ihrer persönlichen Lage und Ihren Zielen ab. Grundsätzlich spricht er Menschen an, die planbar denken und Sicherheit höher gewichten als die letzte Nachkommastelle bei der Rendite.

Besonders interessant ist Bausparen häufig für alle, die einen Kauf, Bau oder eine Modernisierung erst in einigen Jahren planen und sich dafür bereits heute Konditionen sichern möchten. Auch als ergänzender Baustein zu einer bestehenden Finanzierung kann er sinnvoll sein, wenn Sie einen späteren Abschnitt der Rückzahlung absichern wollen.

Weniger geeignet ist ein Bausparvertrag, wenn Sie kurzfristig maximale Flexibilität brauchen oder Ihr Kapital vorrangig auf Rendite ausrichten möchten. In solchen Fällen können andere Bausteine besser passen. Welche Kombination für Sie stimmig ist, lässt sich am besten in einer individuellen Betrachtung Ihrer Gesamtsituation klären.

Bausparvertrag mit anderen Bausteinen kombinieren

Der eigentliche Reiz zeigt sich oft im Zusammenspiel. Ein Bausparvertrag steht selten für sich, sondern wird mit einem Annuitätendarlehen, mit Eigenkapital und gegebenenfalls mit Fördermitteln verbunden. Erst diese Gesamtstruktur entscheidet darüber, ob die Finanzierung tragfähig und ausgewogen ist.

Wichtig ist, die Bausteine nicht isoliert zu betrachten. Ein günstiger Baustein an einer Stelle nützt wenig, wenn er die übrige Finanzierung aus dem Gleichgewicht bringt. Deshalb lohnt es sich, alle Elemente gemeinsam zu planen und aufeinander abzustimmen.

Gut zu wissen

Ein Bausparvertrag wirkt am stärksten, wenn er Teil einer durchdachten Gesamtstrategie ist und nicht als losgelöstes Einzelprodukt betrachtet wird.

Worauf Sie beim Abschluss achten sollten

Vor dem Abschluss lohnt ein prüfender Blick auf einige Punkte. Achten Sie darauf, wie hoch die Bausparsumme angesetzt ist, wie die Ansparphase gestaltet wird und welche Bedingungen für die Zuteilung gelten. Diese Faktoren bestimmen, wann und wie Sie den Vertrag tatsächlich nutzen können.

Ebenso wichtig ist, den Vertrag zu Ihrem Zeithorizont passend zu wählen. Ein Bausparvertrag, dessen Zuteilung erst lange nach Ihrem geplanten Vorhaben eintritt, verfehlt seinen Zweck. Weil die Ausgestaltung viele Stellschrauben kennt, ist eine unabhängige Einschätzung hilfreich, damit der Baustein wirklich zu Ihrem Vorhaben passt und nicht nur auf dem Papier gut aussieht.

Ein Bausparvertrag ist weder Wundermittel noch überholtes Relikt, sondern ein Baustein mit klaren Stärken bei der Zinssicherheit. In der richtigen Situation ergänzt er eine Finanzierung sinnvoll, in der falschen bindet er Kapital ohne echten Nutzen. Wenn Sie Ihre Ziele und Ihren Zeithorizont kennen und den Baustein im Zusammenspiel mit dem Rest Ihrer Finanzierung betrachten, treffen Sie eine Entscheidung, die zu Ihnen passt.

Häufige Fragen

Ist ein Bausparvertrag heute noch sinnvoll?

Das hängt von Ihren Zielen ab. Wer für einen späteren Abschnitt Zinssicherheit aufbauen möchte, kann davon profitieren. Steht dagegen Rendite oder maximale Flexibilität im Vordergrund, passen oft andere Bausteine besser.

Kann ich einen Bausparvertrag mit einer klassischen Baufinanzierung kombinieren?

Ja, genau das ist der übliche Fall. Der Bausparvertrag deckt meist nur einen Teil ab und wird mit Darlehen, Eigenkapital und eventuell Förderung zu einer Gesamtstruktur verbunden. Entscheidend ist, dass alle Bausteine zusammenpassen.

Was passiert in der Ansparphase mit meinem Geld?

Ihr eingezahltes Geld wird als Guthaben verzinst, allerdings meist eher zurückhaltend. Der Wert des Vertrags liegt weniger im Sparzins als im späteren Darlehensanspruch mit festgelegtem Zins.

Wann kann ich das Bauspardarlehen nutzen?

Das Darlehen steht Ihnen nach der Zuteilung zur Verfügung, also sobald das vereinbarte Mindestguthaben erreicht und die Bedingungen erfüllt sind. Der genaue Zeitpunkt hängt von Ihrer Sparleistung und der Vertragsgestaltung ab.

Passt ein Bausparvertrag zu Ihrer Finanzierung?

Schildern Sie mir Ihr Vorhaben in einem unverbindlichen Erstgespräch, dann schauen wir gemeinsam, welche Bausteine für Sie wirklich sinnvoll sind.

Anrufen 0160 858 350 1Erstberatung anfragen

EM

Eric MönnichUnabhängige BaufinanzierungEric Mönnich ist unabhängiger Vermittler für Baufinanzierung und Immobilienfinanzierung. Er vergleicht viele Banken und begleitet seine Kunden von der ersten Einschätzung bis zur Auszahlung.